Vlado Ondrej - Atelier für Radierung

Die Edition „Radierungen zwei”  ist am 01. Mai 2010 erschienen

Thema: Raum, Objekt, Skulptur

Beteiligte Künstler sind: Joachim Blank, Sebastian Gögel, Stella Hamberg, Paule Hammer, Marcus Jansen, Clemens Meyer, Maria Ondrej, Julius Popp und Sandro Porcu, siehe auch unter dem Menüpunkt Editionen Die Grafikedition wir zu Zeit gezeigt in der Ausstellung:

 

SCHNITTSTELLE  DRUCK


Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig in Kooperation mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig

Dauer:                        21. Mai bis 26. Juni 2010

Öffnungszeiten:
MdbK:                        Di, Do – So, 10.00 – 18.00 Uhr, Mi, 12.00 – 20.00 Uhr
HGB:                          Di – Fr 12.00 – 18.00 Uhr, Sa 10.00 – 15.00 Uhr

Ausstellungsorte:      Museum der bildenden Künste Leipzig (Kubus) und Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig (Lichthof, Festsaal und Galerie)

Podiumsdiskussion:
Mittwoch 02. Juni 2010, 16.30 Uhr im Museum der bildenden Künste Leipzig:

Podiumsdiskussion u.a. mit Niels Borch Jensen (Galerie, Verlag & Werkstatt Kopenhagen-Berlin), Dr. Andreas Schalhorn (Kupferstichkabinett Berlin) und Dr. Jutta Schütt (Städel Museum, Graphische Sammlung / Frankfurt a.M.).
Moderation: Prof. Katrin von Maltzahn und Dr. Jeannette Stoschek

 KünstlerInnen: Lewis Baltz, Silvia Bächli, Christiane Baumgartner, Tilo Baumgärtel, Fritz Best, Joachim Blank, Jan Brokof, Janet Cardiff & George Bures Miller, Tacita Dean, Benjamin Dittrich, Jean Drache, Olafur Eliasson, Patrick Fauck, Gesa Foken, Anna Gille, Sebastian Gögel, Martin Groß, Stella Hamberg, Paule Hammer, Timo Hinze, Carsten Höller, Marcus Jansen, Gabriela Jolowicz, Linda Karshan, Veronika Kellndorfer, Clay Ketter, Astrid Klein, Takehito Koganezawa, Daniel Krüger, Natasha Lin, Eva Löfdahl, Stefanie Marx, Jonathan Meese, Bjarne Melgaard, Clemens Meyer, Sebastian Nebe, Maria Ondrej, Vlado Ondrej, Susi Pop, Julius Popp, Sandro Porcu, Inge Pries, Robin Rhode, Tal R, Daniel Richter, David Röder, Christoph Ruckhäberle, Stefanie Schilling, Karoline Schneider, Annette Schröter, Jens Schubert, Robert Schwark, David Shrigley, Heidi Specker, Sebastian Speckmann, Claus Stabe, Jan Svenungsson, Anya Triestram, Gert und Uwe Tobias,  Rosemarie Trockel und Steve Viezens
 
Zusammengestellt von Matthias Kleindienst und Prof. Katrin von Maltzahn (beide HGB); in Zusammenarbeit mit Dr. Jeannette Stoschek (MdbK)
 
Das Projekt „Schnittstelle Druck“ hat seinen Ausgangspunkt in der Lehre der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Innerhalb einer Vielfalt von Möglichkeiten der Bildproduktion stellen die einzigartigen künstlerischen Druckwerkstätten der HGB (Lithografie, Radierung, Siebdruck und Holzschnitt) herausragende Produktionsorte für alle Studierenden der Hochschule dar. Ein elementarer Auftrag der Lehre und Forschung besteht darin, Traditionen zu erhalten und in die Gegenwart zu vermitteln. Die Möglichkeiten des Zusammenspiels zwischen konträr erscheinenden Medien sind zu suchen ebenso wie Anknüpfungsformen zur schnellen, hochtechnisierten Bilderwelt unserer Zeit.
 
In der Ausstellung „Schnittstelle Druck“ sind etablierte internationale Künstlerpositionen sowie herausragende Arbeiten von Studierenden der Hochschule zu sehen. Die ausgewählten Werke wurden durch eine hybride Verwendung von Medien entwickelt oder nutzen „traditionelle Techniken“ innovativ und verstärkt in Bezug auf ihre spezifische Bildqualität im zeitgenössischen Kontext. Zahlreiche der beteiligten KünstlerInnen kommen aus den Sparten: Film, Installation, Skulptur, Malerei und Fotografie und verwenden druckgrafische Medien als autonome Ausdrucksform und wegen der ganz eigenen Bildeigenschaften.
 
In beiden Ausstellungen lassen sich neuartige künstlerische Prozesse und Bildfindungen entdecken. Das Projekt soll BesucherInnen, Studierende und KünstlerInnen zur Diskussion anregen, motivieren und Ihnen Raum für neue Ideen geben – sowie Brücken zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft bauen. Hochschule und Museum verstehen sich nicht nur als Ausstellungs-, sondern auch als aktive Diskussionsorte.
 
Die umfangreiche Ausstellung wird ermöglicht durch die beteiligten KünstlerInnen, Galerie Kleindienst (Leipzig), Niels Borch Jensen Galerie und Verlag (Berlin-Kopenhagen), Taborpresse (Berlin), Galerie Werner Klein (Köln), Galerie Zwinger (Berlin), CFA (Berlin), Vlado Ondrej-Atelier für Radierung (Leipzig) sowie Privatsammlungen.
 

  • Atelier

Grafik von Vlado Ondrej

„Die Ruhe ist der Begriff, der vieles erklärt. Die Dinge werden zur Ruhe gebracht, sie werden festgehalten in der Zeichnung: die Zeit, das Gesehene, das Denken, das Durchlebte. Das Betrachtete ist durch die Zeichnung ruhiggestellt, damit wird es transportabel vom Autor zum Publikum. Dazu kommt das Rätsel. Ohne Rätsel geht es nicht. Jede Zeichnung ist am Anfang immer eine zu entziffernde Botschaft, eine Notiz, die entschlüsselt werden soll. Die tiefere Bedeutung ist eine Sache des Interpretationswillens. Der Schnittmusterbogen, der Aktienindex und die Handskizze, mit der der Weg vom Bahnhof zur Wohnung der Freunde beschrieben wird, sind noch einfache Vexierspiele. In intellektueller Not kann man auch Wände damit dekorieren. Das Bekannte ist nur in seiner Verformung spannend. Der Zeichner betätigt sich als Fährten- und Spurenleser, und er legt seine eigenen Spuren und Fährten. Die Graphik ist kein Halt für Sprachlose, aber ein kostbares Medium für Maulfaule, der unmittelbare Nachweis nonverbaler Kommunikation. Die Arbeit hat etwas autistisches. Das gewogene Publikum ist vorerst irrelevant. Der Zeichner macht sich auf die Suche, mit jedem Blatt, mit jeder weißen Fläche, er hinterlässt Linien, die Räume umfließen oder erstellen, er graviert die Strukturen von Oberflächen...“

Auszug aus einem Text über Vlado Ondrej von Rüdiger Giebler

Original-Radierung?

„Die Radierung (lt. radere = schaben, wegnehmen) gehört zu den wenigen anerkannten, manuellen künstlerischen Drucktechniken. Das Wort Original wird oft mit dem Wort Einmalig oder Unikat verwechselt.

Es bedeutet aber in diesem Zusammenhang, daß es der Künstler war, der für diese Radierung die Platte in manuellem Verfahren geschaffen hat. Also liegt hier Idee und Ausführung bis zum fertigen Blatt, bis zum Nummerieren, Signieren und Datieren des Werkes unter der Kontrolle einer Person.”

Zitat: Niels Borch Jensen

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